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Monthly Archives: November 2012

Internationales Graduiertenkolleg DIAMICOM erforscht Diabetes Deutsche Diabetes Gesellschaft begrüßt neue Ausbildungsplattform

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Berlin – Diabetes mellitus schädigt die Gefäße in Augen, Nerven und Nieren. Die Folge sind Erblindung, Amputation von Zehen und Füßen und Nierenversagen. Ziel des internationalen Graduiertenkollegs „Diabetic Microvascular Complications“ (DIAMICOM) ist es, diese mikrovaskulären Folgeerkrankungen von Diabetes medizinisch und lebenswissenschaftlich zu erforschen, Nachwuchsforscher fachübergreifend auszubilden und die Erkenntnisse für die Vorbeugung und Behandlung zu nutzen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) freut sich, dass die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft (DFG) jetzt 14 Heidelberger Jungforschern ermöglicht, im Rahmen von DIAMCOM gemeinsam zu lernen und zu forschen.

Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus erkrankt – Tendenz steigend. „Die Bekämpfung der Volkskrankheit ist deshalb eine der vordringlichsten Aufgaben der Medizin“, sagt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft aus Berlin. Doch es fehle an qualifiziertem Nachwuchs in der Wissenschaft. Die deutsch-holländische Ausbildungsplattform DIAMICOM bietet jungen Wissenschaftlern aus Medizin, Biologie und Biowissenschaften die Möglichkeit, die Folgeerkrankungen von Diabetes zu untersuchen und sich dabei zu qualifizieren. Durch gemeinsames Lernen und Forschen fließen klinische und natur- und ingenieurwissenschaftliche Aspekte in die Ergebnisse ein. „Auf diese Weise bündelt das Projekt fachübergreifendes Wissen und größte Methodenkompetenz für die Diabetesforschung“, so Garlichs.

Die 36-monatige Ausbildung umfasst die Krankheitsmechanismen von Diabetes in Augen, Nieren und Nerven sowie praktische und theoretische Module. „Unser Ziel ist die gemeinsame Ausbildung von Medizin- und lebenswissenschaftlichen Doktoranden. Gleichzeitig sollen die Promovierenden auf den komplexen Arbeitsmarkt „Wissenschaft“ intensiv vorbereitet und früh zu wissenschaftlicher Selbstständigkeit geführt werden werden“, sagt DIAMICOM-Sprecher Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Leiter der Sektion Endokrinologie an der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Geplant sei eine intensive Zusammenarbeit der geförderten Jungwissenschaftler der Universität Heidelberg mit der Universität Groningen.

Die DDG begrüßt diese hoch attraktiven Qualifizierungschance für junge Forscher, die sich für Diabetes interessieren. „Denn nur mit fachübergreifenden Anstrengungen werden wir im Kampf gegen Diabetes erfolgreich sein“, so Dietrich Garlichs. Das Programm folgt den Zielen und Empfehlungen der DIAMAP, einer EU-Initiative, zu deren Aufgaben der Überblick über die Diabetesforschung in Europa gehört. Partner des DFG-geförderten Projekts ist auch die Pharmafirma Sanofi, die neben praktischen Ausbildungsmodulen Industrieerfahrung beisteuert. Weitere Informationen zu DIAMICOM finden Interessierte unter: www.umm.uni-heidelberg.de/ag/grk1874/

Für Doktorandenstipendien der DIAMICOM können sich interessierte Studenten noch bis zum 1. Dezember 2012 bei der Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology (HBIGS) bewerben. Weitere Informationen unter www.hbigs.uniheidelberg.de/main_application.html

 

Gefäß-Operation auch im hohen Alter sinnvoll Chirurgen fordern spezialisierte gefäßchirurgische Versorgung

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Berlin – Durchblutungsstörungen – etwa in den Beinen, in der Bauchschlagader oder am Herzen – sind der häufigste Grund für eine Einweisung in deutsche Krankenhäuser. Jährlich stellen Ärzte hierzulande mehr als 200 000 gefäßchirurgische Hauptdiagnosen, vor allem bei betagten Patienten. Die Zahl der Fälle wird in den nächsten Jahren um 30 Prozent steigen, denn unsere Bevölkerung altert. Die Kosten für die Therapie belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro. Wie sich auch bei Hochbetagten gefäßchirurgische Eingriffe sicherer und zugleich effizienter machen lassen, diskutieren Experten im Rahmen der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) am 5. Dezember 2012 in Berlin. In jedem Fall setze dies voraus, so die Experten, der Gefäßchirurgie in den Kliniken mehr Gewicht zu verleihen.

Im Jahr 2030 wird jeder Dritte Bundesbürger über 60 Jahre alt sein. Dementsprechend wird in den kommenden Jahren der Anteil der stationären Behandlungen im Krankenhaus bei den über 60-Jährigen auf über 60 Prozent ansteigen. Vor allem die Zahl der Herz- Kreislauferkrankungen wird erheblich zunehmen: Verengte Gefäße in den Beinen oder gar eine überdehnte Bauchschlagader können schnell das Leben eines Patienten in Gefahr bringen. Gefäßchirurgische Operationen sind jedoch vor allem für ältere Patienten mit hohen Risiken verbunden, weiß Professor Dr. med. E. Sebastian Debus, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) aus Hamburg: „Hochbetagte werden daher oft erst operiert, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist“. Doch gerade diese späten Eingriffe verursachten die Hauptkosten. „Wir streben deshalb an, durch Spezialisierung und innovative Technik die Eingriffsinvasivität zu minimieren und zugleich die Effektivität der Behandlung zu maximieren“, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

 

Eine aufgeweitete Bauchschlagader etwa operierten Ärzte früher in aufwendigen, offenen Eingriffen. Heute wird ein solches Aortenaneurysma meist minimalinvasiv behandelt: Der Operateur setzt über einen Katheter ein Röhrchen aus Drahtgeflecht in die Ader ein, um diese zu stabilisieren. „Dadurch treten seltener Komplikationen auf, der Patient kann früher nach Hause und braucht meist keine Rehabilitation“, sagt Debus. Dieses Vorgehen schont also den Patienten, verhindert Komplikationen und spart zugleich Kosten.

Denn allein die Behandlung von Durchblutungsstörungen kostet in Deutschland pro Jahr bis zu drei Milliarden Euro. 92 Prozent davon entfallen auf hoch betagte Patienten, erläutert Professor Debus und mahnt: „Die Spezialisierung der Gefäßchirurgie kann Kosten minimieren, vor allem aber ist sie dringend erforderlich“ Trotzdem unterhält nur etwa ein Drittel aller Kliniken eine eigenständige Abteilung für Gefäßchirurgie. Bisher hindere vor allem Personalmangel die Gefäßchirurgen daran, das Fachgebiet weiterzuentwickeln und die Spezialisierung voranzutreiben. “Denn in den meisten Krankenhäuser arbeitet die Gefäßchirurgie nicht autark und wird ohne eigene Personalhoheit betrieben“, so Debus. Es sei deshalb etwa nicht möglich, Mitarbeiter auszuwählen, anzustellen und zu befördern. Dies verhindere, die gefäßchirurgische Spezialisierung für den ärztlichen Nachwuchs attraktiv zu gestalten.

Wie immer mehr hoch Betagte ohne steigende Kosten von neuesten gefäßchirurgischen Techniken profitieren können, darüber diskutieren Experten auf der Pressekonferenz der DGCH.

Nachhaltig abnehmen mit Inter-Learn

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Berlin – Bei der Behandlung von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen in spezialisierten Kliniken werden in der Regel schnell Erfolge erzielt: Die Betroffenen stellen während des stationären Aufenthalts ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten um und nehmen deutlich ab. Gerade im Vergleich zur ambulanten Behandlung, bei der die Kinder von zu Hause aus versuchen, ihren Lebensstil zu ändern, ist die stationäre Therapie zunächst einmal zielführender. Doch sobald die Patienten in ihr gewohntes Lebensumfeld zurückkehren, fallen sie häufig in bekannte Muster zurück. Das Projekt „Inter-Learn“ soll erforschen, ob sich dieser Rückfall durch Einsatz von Teletechnologie aufhalten lässt.

Gemeinsam mit der Medigreif Inselklinik Heringsdorf initiierte diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die Studie Inter-Learn. „Mithilfe einer App auf ihren Smartphones sollen Kinder und Jugendliche mit Diabetes nach der stationären Rehabilitation die strukturierte Behandlung ihres Übergewichts weiterführen“ erklärt Chefarzt Prof. Ralf Schiel das Projekt. „So wird die Überwachung des Lebensstils ermöglicht und die Motivation zur Gewichtsabnahme erhöht.“

Das funktioniert mithilfe von Telemedizin, welche die Betroffenen bereits während ihres Klinikaufenthalts verwenden lernen. Ein innovatives Programm registriert sowohl Bewegung als auch Ernährung. Zum einen überwachen die Beschleunigungssensoren des Smartphones die körperliche Aktivität des Patienten (DiaTrace). Die Bewegungsform, körperliche Leistung und aufgewendete Zeit werden in einem Diagramm angezeigt. Es wird genau aufgezeichnet, wie sich der Patient während der stationären Behandlung bewegt. Stellt das Programm signifikante Abweichungen von den therapeutischen Zielvorgaben fest, weist es den Probanden darauf hin. Erkennt es jedoch besonders gute Werte, erhalten die Teilnehmer kleine Belohnungen wie einen Cartoon aufs Handy.

Des Weiteren werden mit der Handykamera Fotos des konsumierten Essens gemacht und von der Software an den Case-Manager gesendet. Dieser steht mit den Teilnehmern der Studie in Kontakt und evaluiert die Therapie systematisch. So wird unter anderem die Energiezufuhr gemeinsam ausgewertet.

Nach dem Klinikaufenthalt trifft sich der Case-Manager mit den Probanden, um über den aktuellen Therapieverlauf im Bilde zu sein. Alle drei Monate findet ein eintägiges Nachsorgetreffen in der Rehabilitationsklinik statt, an welchem neben dem Case-Manager und den Teilnehmern auch die in die ursprüngliche stationäre Therapie involvierten Ärzte, Psychologen, sowie Ernährungs- und Sporttherapeuten teilnehmen.

Die Inter-Learn Studie hat im Herbst 2012 an der Medigreif Inselklinik Heringsdorf mit 60 Teilnehmern begonnen. 30 Patienten der Klinik im Alter von zehn bis 18 Jahren erhalten die telemedizinische Unterstützung, eine Kontrollgruppe von weiteren 30 Betroffenen wird konventionell behandelt. Nachdem die Teilnehmer rekrutiert sind, wird die Nachuntersuchungsphase mit einer Dauer von zwölf Monaten beginnen, auf die eine Auswertungsphase von vier Monaten folgt. So wird nach spätestens 24 Monaten feststehen, ob Inter-Learn einen signifikanten Beitrag zur nachhaltigen Gewichtabnahme leisten kann.

Neben Spendeneinnahmen für das Projekt auf der diesjährigen Charity-Gala freut sich diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe über die Unterstützung von Inter-Learn durch Boehringer Ingelheim in Form einer Spende von 10.000,00 €. Mit dem Projekt der Reduktion von Übergewicht und Adipositas könnte man der Prävention von Diabetes Typ 2 einen entscheidenden Schritt näherkommen.

Spenden für Inter-Learn werden stets gebraucht und können auf folgendes Konto überwiesen werden:

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Spendenkonto 60 60, Stichwort „Inter-Learn“

Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 100 205 00