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Evangelische Kirche zum Wandel in der Arbeitswelt – Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer Soziale Marktwirtschaft ermöglicht “gute Arbeit”

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Evangelische Kirche zum Wandel in der Arbeitswelt Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer Soziale Marktwirtschaft ermöglicht “gute Arbeit” Mit der am 28. April 2015 veröffentlichten Denkschrift “Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt” nimmt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zu Aspekten von Arbeit, Sozialpartnerschaften und Gewerkschaften umfassend Stellung. Der Text benennt die großen Umbrüche in der Arbeitswelt (Digitalisierung, Vernetzung, Globalisierung) und bewertet die Umbrüche aus evangelischer Sicht. AEU begrüßt Bekenntnis der Kirche zur Sozialen Marktwirtschaft Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer begrüßt, daß die EKD “eine freie, wettbewerbliche und auf Sozialpartnerschaft basierende Grundordnung” bejaht und damit die in den Denkschriften “Gemeinwohl und Eigennutz” (1991) und “Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive” (2008) zum Ausdruck gebrachte Anerkennung der Sozialen Marktwirtschaft und ihr Plädoyer für einen funktionierenden Wettbewerb bekräftigt. “Für eine verantwortliche Gestaltung der wirtschaftlichen Veränderungen bietet die Soziale Marktwirtschaft als freiheitliche Wirtschaftsordnung den besten Rahmen für die autonome Organisation von Arbeit als ‘gemeinsamen Wert’ durch Kooperation und Arbeitsteilung sowie für die Verantwortungsübernahme der Sozialpartner bei der Ausgestaltung und Weiterentwicklung von Arbeitsbedingungen”, bekräftigt Dr. Peter Barrenstein, Vorsitzender des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer, die Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft. Aufgabe des Staates sei es, den Wirtschaftsakteuren einen ganzheitlichen und sich an nachhaltigen Zielen orientierenden Ordnungsrahmen zu setzen bzw. auf internationaler Ebene zu vereinbaren. Wertschätzung der Sozialpartnerschaft als Ausfluß des Subsidiaritätsprinzips Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer teilt die Einschätzung der EKD, daß die Sozialpartnerschaft “ein etabliertes und zukunftsfähiges Konzept” zur Lösung gegenwärtiger und künftiger Probleme in der Arbeitswelt bietet. “Tarifautonomie und Sozialpartnerschaft als Ausfluß des Subsidiaritätsprinzips stärken die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Wirtschaftsakteure, führen zu einem sachgerechten Ausgleich von Interessengegensätzen bzw. zur Lösung von Konflikten”, so Dr. Barrenstein. Soziale Marktwirtschaft und Sozialpartnerschaft bedingten einander. Sorge um die Tarifeinheit Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer ist sich mit der EKD einig in der Einschätzung, daß “ohne die gesetzliche Wiederherstellung der Tarifeinheit eine weitere Erosion des Tarifsystems droht.” Seit der Aufgabe des Grundsatzes der Tarifeinheit durch das Bundesarbeitsgericht im Juli 2010 können für dieselbe Beschäftigungsgruppe unterschiedliche Tarifverträge konkurrierender Gewerkschaften gleichzeitig zur Anwendung kommen. Diese Tarifkollision beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie. “Angesichts der Streiks von Spartengewerkschaften mit erheblicher negativer Drittwirkung ist es die Aufgabe des Gesetzgebers, den für die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie notwendigen Ordnungsrahmen unter Wahrung der in Artikel 9 Abs. 3 GG verfassungsrechtlich gewährleisteten Koalitionsfreiheit neu zu definieren”, so Dr. Barrenstein. Kritik wegen fehlender Impulse 1955 hat die Synode der EKD in Espelkamp ihre Mitverantwortung für die “Welt der Arbeit” bekannt und Neuansätze für eine evangelische Präsenz in der Arbeitswelt entwickelt. Nach 60 Jahren will die EKD nun “die Sinnfrage der Arbeit unter den Bedingungen der Moderne neu stellen.” Hierzu bleibt die Denkschrift jedoch vage. “Angesichts der Veränderungen der Erwerbsarbeit und des Aufkommens des Leitbildes eines ‘Arbeitskraft-Unternehmers’ vermisse ich konkrete Handlungsansätze, wie die nach wie vor bestehende Milieudistanz der Kirche zur Arbeitswelt überwunden werden bzw. die religiöse Kommunikation und Kirchenbindung in diesem Bereich gestärkt werden kann”, kritisiert Dr. Barrenstein das Fehlen entsprechender Impulse oder Konzepte.