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Diakonie: Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund stärker in den Blick nehmen

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Berlin, 4. Mai 2012 Die Diakonie fordert, die Belange von Migranten mit
Behinderung stärker zu berücksichtigen. “Die gesetzlichen und finanziellen
Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass auch Migranten mit
Behinderung einen barrierefreien Zugang zu den Leistungen des Sozialsystems
haben und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können”, betont
Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier anlässlich des Europäischen Protesttages
zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.

Die Praxis zeige, dass Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund
Angebote und Dienste für Menschen mit Behinderung seltener in Anspruch nehmen.
“Migranten mit einer Behinderung stehen oft vor zusätzlichen Herausforderungen.
Sie müssen sich in einer fremden Gesellschaft und in einem fremden System aus
Hilfen und Unterstützung zurechtfinden. Häufig kommen sprachliche
Schwierigkeiten hinzu. Viel zu oft werden Migranten mit Behinderung von den
Angeboten nicht erreicht”, kritisiert Stockmeier.

Die Diakonie setzt sich daher dafür ein, Angebote und Dienste interkulturell zu
öffnen. “Dazu zählt zum Beispiel eine kultursensible Ausbildung, in der
Fachkräfte lernen, mit den verschiedenen kulturspezifischen Bedürfnissen der
Menschen umzugehen”, betont der Diakonie-Präsident. Wichtig seien auch
Information und Beratung in verschiedenen Sprachen, die auf kulturelle
Unterschiede und Bedürfnisse eingehen. Dies erleichtere Menschen mit
Migrationshintergrund den Zugang zu den Diensten und Angeboten und helfe,
Barrieren und Ängste abzubauen.

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland haben eine Behinderung. Der Anteil
der Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund ist nicht genau bekannt.

Einen Bericht über Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund findet
sich auf diakonie.de unter https://www.diakonie.de/diakonie-news-188-behinderung-und-migration-9106.htm . In den kommenden Tagen werden dort weitere Geschichten sowie ein Video zu Menschen mit Behinderung veröffentlicht.

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege und die Fachverbände für Menschen mit
Behinderung haben eine “Gemeinsame Erklärung zur interkulturellen Öffnung und
zur kultursensiblen Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung und
Migrationshintergrund” verabschiedet. Diese kann heruntergeladen werden unter
https://www.bagfw.de/fileadmin/media/Projekte_2012/Gemeinsame_Erkl%C3%A4rung_2012-01-23_final.pdf
Auf https://www.bagfw.de/hier-ist-text-in-leichter-sprache/ findet sich ein Link
zu der 20seitigen Erklärung in einfacher Sprache.

Durchstarten als Medizinerin: Neue Zeitschrift „XX“ gibt Ärztinnen Tipps für Beruf und Familie

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Stuttgart – 43 Prozent der insgesamt 439 000 in Deutschland tätigen Ärzte sind weiblich. Seit einigen Jahren beantragen mehr Frauen die ärztliche Zulassung als Männer. Trotzdem verdienen sie hierzulande im Schnitt bis zu neun Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen und haben über alle medizinischen Fächer hinweg geringere Chancen auf höhere Positionen. Auch Karriere und Kind sind weiterhin schwierig zu vereinen. Was Frauen in der Medizin interessiert, unterstützt und vorwärts bringt, macht der Stuttgarter Georg Thieme Verlag jetzt regelmäßig zum Thema. Das Magazin „XX – Die Zeitschrift für Frauen in der Medizin“ erscheint ab sofort fünfmal im Jahr und stellt unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Fragen zur Karriereplanung und Erkenntnisse aus der Gendermedizin in den Mittelpunkt. In einem begleitenden Blog berichten zwei Ärztinnen regelmäßig über ihre Erfahrungen aus ihrem Berufsalltag.

„Gehalt nach Geschlecht“ ist das Topthema der ersten Ausgabe von „XX – Die Zeitschrift für Frauen in der Medizin“. Leserinnen erfahren darin in mehreren Fachbeiträgen Fakten zu den geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden und deren Ursachen. Außerdem bekommen sie Tipps für Gehaltsverhandlungen. Personalexpertinnen informieren darüber, was Frauen für eine Führungsposition in der Klinik stärkt. In jeder Ausgabe von „XX“ finden Ärztinnen Beiträge, wie sie sich beruflich weiterentwickeln und ihre Karriere planen können. Erfahrungsberichte aus „Familie und Beruf“ zeigen, welche Modelle Ärztinnen das Familienleben erleichtern könnten oder wie eine Karriere beider Partner gut gelingt. In den Rubriken „Geld“ und „Karriere“ informiert „XX – Die Zeitschrift für Frauen in der Medizin“ über Themen wie die eigene Praxisgründung oder welche Verdienstmöglichkeiten welche Klinik bietet.

 

Doch es geht nicht nur um die Anliegen der Ärztinnen im Beruf, auch medizinische Fragen werden thematisiert: Die Rubrik „Genderperspektiven“ zeigt neueste Erkenntnisse aus der Gendermedizin. Wenn Frauen krank werden, haben sie häufig nicht nur andere Symptome, wie etwa beim Herzinfarkt, sie sprechen auch anders als Männer auf Medikamente oder Therapien an. Das muss in Diagnostik und Therapie stärker als bislang berücksichtigt werden. Beiträge zum Thema „Gesund bleiben“, „Recht und Politik“ und ein Ärztinnen-Portrait runden jede Ausgabe ab.

 

Als Herausgeberinnen konnte Thieme für die neue Zeitschrift erfolgreiche Frauen aus der Medizin gewinnen: Dr. med. Astrid Bühren ist seit 1993 als Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Murnau tätig und ist Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes. Dr. med. Anja Haas ist seit 2009 Fachärztin für Innere Medizin am Klinikum Ludwigsburg. Professor Dr. med. Doris Henne-Bruns leitet seit 2001 die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Ulm. Professor Dr. med. Marion Kiechle führt seit 2000 die Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Dr. med. Sandra Lipovac ist seit 2009 Oberärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie am Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg.

 

„XX – Die Zeitschrift für Frauen in der Medizin richtet sich an alle Ärztinnen, die verantwortungsvolle Positionen in Klinik, Praxis oder Forschung anstreben und Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren möchten. „Sachlich, ideologiefrei und lösungsorientiert wollen wir mit relevanten Informationen Impulse geben, damit Ärztinnen ihre Wünsche und Bedürfnisse leichter umsetzten können“, erklärt Sybille Rettenmaier, die bei Thieme gemeinsam mit den Herausgeberinnen und einem Redaktionsteam das Magazin entwickelt hat. „Mit der Zeitschrift „XX“ greifen wir erstmals unmittelbar die Anliegen von Frauen in der Medizin auf. Das ist überfällig.“ Eine Befragung, die Thieme vor dem Start der Zeitschrift unter Medizinerinnen durchgeführt hat, ergab: Über ein Drittel der in Deutschland tätigen Ärztinnen sind unzufrieden mit der Mitbestimmung, ihren Entwicklungschancen am Arbeitsplatz und ihrem Einkommen. Fast jede dritte Ärztin hat den Eindruck, dass sie aufgrund der Situation bei ihrem Arbeitgeber beruflich nicht so erfolgreich sein kann, wie sie es gerne möchte.

 

Erfahrungen gemeinsam teilen, Informationen austauschen und netzwerken um vorwärts zu kommen – begleitend zum gedruckten Heft gibt es eine Online-Plattform unter www.thieme.de/XX. In zwei Blogs berichten dort zwei Ärztinnen aus ihrem jeweiligen Berufsalltag als werdende Mutter und berufstätige Mutter zwischen Visite und Kindertagesstätte. Zum Start des neuen Heftes diskutieren Medizinerinnen am 10. März 2012 in München mit den Herausgeberinnen im Rahmen einer Podiumsdiskussion „Frauen in der Medizin“ über Wege, die Vereinbarkeit von Familie und Karriere zu verbessern.

 

Die neue Zeitschrift „XX – Die Zeitschrift für Frauen in der Medizin“ erscheint ab sofort mit fünf Ausgaben im Jahr. Das Jahresabonnement beträgt 99 Euro zzgl. Versandkosten. Interessierte erreichen den Abonnenten-Service unter 0711 8931-321 (Fax -422) oder per E-Mail: aboservice@thieme.de. Ansprechpartner für Anzeigenanfragen ist Andreas Schweiger, Thieme Media, Pharmedia GmbH, Tel. 0711 8931-245/Fax -624, Andreas.Schweiger@thieme.de.

 

Literatur:

A. Bühren, A. Tschörtner 2011: Ich bin Ärztin. Studie zur Arbeitssituation und Zufriedenheit von Frauen in der Medizin.(Georg Thieme Verlag)